WLAN hebt ab


Das WLAN-Jahr 2015 hat gerade mal die Halbzeit erreicht, doch zeigt sich jetzt schon: Es ist ein ereignisreiches. Der WLAN-Standard 802.11ac setzt sich weiter durch und zunächst dominieren die 1.300-MBit/s-Systeme. Dementsprechend macht laut Analystenhaus IDC der ac-Standard inzwischen 40 Prozent aller Auslieferungen und 55 Prozent des Umsatzes aus. Produkte der Welle 2, welche MU-MIMO (Multi-User Multiple-Input Multiple-Output) und 160-MHz-Kanäle einführen, bringen wiederum erhöhte Geschwindigkeiten und eine zunehmende Produktdichte mit sich. Für 2016 erwartet IDC gar, dass 802.11ac-konforme Deviced 50 Prozent des Marktanteils in der EMEA-Region ausmachen werden. Daneben verspricht das WLAN-Jahr 2015 auch in Sachen Netzpolitik interessant zu werden: Die geplanten Neuregelungen bei der WLAN-Störerhaftung und die Abschaffung des Routerzwanges bergen große Chancen für die weitere Digitalisierung Deutschlands. "WLAN-Wüste-Deutschland" - dieser Ausspruch wird hoffentlich bald der Vergangenheit angehören.

Auch nimmt der Grad der Vernetzung durch Trends wie "Industrie 4.0", das "Internet der Dinge" und Location-based Services weiter zu. Beim Internet der Dinge wird oft stillschweigend vorausgesetzt, dass es funktioniert. Problematische Aspekte wie die physische Verbindung und die Sicherheit werden in diesem Zusammenhang oft ausgeblendet. Fakt ist jedoch: Die wichtigste Verbindungstechnologie für das IoT ist und bleibt WLAN. Einfach deshalb, weil die entsprechende Infrastruktur bereits großflächig, auch in Deutschland, vorhanden ist. 

Quelle: 

Diana Künstler, 

Redaktion Funkschau

www.funkschau.de/wlan

WLAN-Controller und die Alternative 

aus der Cloud


WLAN-Netze gehören oft zum unverzichtbaren Teil einer Unternehmens-IT. In vielen Bereichen eines Unternehmens hängen von der permanenten Verfügbarkeit Produktionsabläufe, logistische Prozesse und Arbeitsabläufe ab. Aber selbst, wenn das WLAN-Netz nur zur Bürokommunikation eingesetzt wird, ist eine lückenlose Verfügbarkeit unabdingbar. 

Stellte sich vor Jahren noch die Frage, ob ein WLAN-Netz gemanagt werden soll oder nicht, so stellt sich diese Frage in dieser Art heute nicht mehr. Da die Unternehmen eine ständige Überwachung der Funktionalität fordern und eine ständige Verfügbarkeit des Netzes benötigen, ist ein gemanagtes WLAN-Netz unentbehrlich. Ein gemanagtes Netz überwacht permanent die Verfügbarkeit, die Performance und sorgt dafür, dass das Netz sicher und vor Angriffen geschützt ist.

Die Auswahl der am Markt verfügbaren Lösungen wird durch die große Anzahl der Anbieter und deren unterschiedlichen Konzepte für den Anwender immer schwieriger. Mancher Administrator lässt sich durch Erfahrungen aus anderen Projekten, der Werbung und manchmal sogar durch Intuition leiten, ohne die genauen Vor- und Nachteile der Lösung zu hinterfragen. Betrachtet man nun die Konzepte der Hersteller genauer, ergibt sich sehr schnell eine Klassifizierung der unterschiedlichen Lösungsansätze von professionellen WLAN-Management-Lösungen. 

Moderne Cloud-basierte WLAN-Management-Lösungen haben gegenüber den klassischen Lösungen mit lokal installierten WLAN-Controllern besonders im Umfeld von Filialisten erhebliche Vorteile, aber auch bei typischen Kunden von IT-Unternehmen sind Cloud-Lösungen vorteilhaft einsetzbar. Die Sicherheitsbedenken sind nach heutigem Kenntnisstand unbegründet. 

Aufpassen sollte man bei Anbietern, die ausschließlich Cloud-Lösungen anbieten können. Wenn hier, aus welchem Grund auch immer, sich der Kunde zu einem späteren Zeitpunkt zu einer virtuellen Appliance entschließen möchte, um beispielsweise die jährliche Lizenzgebühr zu sparen, so kann dies einen kompletten Herstellerwechsel nach sich ziehen, wenn der Anbieter keine Alternativlösung in Form eines lokalen Servers anbieten kann. Aufpassen sollte man auch auf Funktionen, die man eigentlich nicht benötigt. Einige Anbieter aus Übersee realisieren Layer-7-Datenanalysen, bei denen Auswertungen über das Nutzungsverhalten der WLAN-Benutzer ermöglicht werden. Hier ist zu prüfen , ob diese Analysen notwendig sind und ob diese "Überwachung" überhaupt nach deutschem Recht erlaubt ist beziehungsweise es ist zu prüfen, ob es hier ein Mitbestimmungsrecht der Mitarbeitervertretung gibt. 

Quelle: 

Hans-Dieter Wahl

Funkschau

www.funkschau.de/wlan